Alaska

Auf unserer Tour durch Alaska (12.07.2017 – 24.07.2017) entscheiden wir uns folgende Route.

Tok – Delta Junktion – Glennallen – Anchorage – Sewand – Homer – Whittier – Anchorage – Glennallen – Valdez – Glennallen – Tok – Chicken.    

 

Alaska das sind unzählige Seen, Flüsse, Fjorde und Berge. Unser Besuch in Alaska fällt in die Ferienzeit und in die Hochsaison der Angler. Lachs, Heilbutt und was man sonst noch so alles aus dem Wasser holen kann. Dementsprechend voll ist es besonders an den Wochenende. Eine Karawane von PKWs, Wohnmobilen und Wohnwagen ist dann unterwegs. Besonders auf den Straßen nach Homer und Seward. Da man die Straßen in die man reinfährt auch wieder rausfahren muss, sieht man den einen oder anderen entsprechend häufig. Von den drei Sackgassen fanden wir die Strecke nach Valdez am schönsten.

Alleine die Einfahrt über den Keystone Canyon hat schon was. Hinzu kommt, dass Valdez nicht ganz so überlaufen ist, wie Homer und Seward. Das mag auch daran liegen, dass die Stadt sehr klein ist. Kurz vor Valdez gibt es einen kleinen Campingplatz im Blueberry Lake State Recreation. Der Platz liegt ca. 40 km vor Valdez und ist neu angelegt. Eine kleine Straße führ zu einem kleinen Campingplatz mit nur rund 15 Stellplätzen, der idyllisch an einem Teich liegt. Die Straße und die Stellplätze sind in einem top Zustand. Der Platz liegt sehr versteckt an einem Berghang. Ein toller Platz zum Übernachten und um am nächsten Tag nach Valdez zu fahren. Alternativ kann man auf einem Militärcampingplatz am Rande von Valdez übernachten. Mit über 100 Stellplätzen ziemlich groß. Es gibt die üblichen Plumpsklos aber auch 4 Duschen. Wenn man Glück hat wurde gerade mal sauber gemacht. Ansonsten sind 4 Duschen für bei der Anzahl von Stellplätzen nicht so lecker. Der Campingplatz liegt auf der Straße zum Worthington Glacier zwischen einem kleinen Flughafen und einem Schießplatz und ist entsprechend laut.

Vom Worthington Glasier ist nicht mehr all zu viel zu sehen. Es schwimmt etwas Eis auf einem kleinen See, auf dem man auch mit dem Boot fahren kann.

Da wir keinen Stellplatz in Valdez von Donnerstag bis Samstag gefunden haben, übernachten wir erst auf im State Park und dann auf dem Militärplatz. Wir buchen für Freitag, den 21.07.2017 eine Schiffstour „Meares Glacier & Wildlife Cruises“ im Prince William Sound. Beworben wird die Tour mit einer Besichtigung des Gletschers und Tierbeobachtungen wie Seelöwen, Wale, Seeotter, Vögeln usw.

Einchecken ist um 9.00 und Abfahrt um 10.00. Wir parken Felice direkt an der Straße zum Anleger. Das Schiff mit dem wir fahren ist ein Katamaran und wird von einer Frau gesteuert, die wie wir später erfahren, seit 19 Jahren ihr Kapitänspatent hat und seit 16 Jahren diese Tour fährt. Erfahrung die sich für uns auszahlt. Die Fahrt geht knapp 9 Stunden und ist ein beeindruckendes Erlebnis und sein Geld wert.

Nach dem Verlassen des Hafens gibt es die ersten Infos über den Ölhafen und das Tankerunglück von 1998. Es wird von den Säuberungsarbeiten und von Vorsorgemaßnahmen berichtet, so ist seit damals ein Schlepper für den Notfall im Sound. Es gibt Infos zu den Ureinwohnern, dem Fischfang, dem Bergbau und auch zu den Zuchtfarmen von Füchsen, die auf einigen Inseln bis 1959 betrieben wurden. Insgesamt sehr interessant, so viel wie nötig und so wenig wie möglich, damit es nicht langweilig wird. Sehr gut gemacht.

Unterwegs sehen wir die einige Eisberge, die oft von den Möwen als Ruheplatz genutzt werden. 

Wir erhalten zu jedem Gebiet ein paar Infos und welche Tiere wir jetzt evtl. sehen werden. Das Schiff wird dann angehalten, damit wir den Moment genießen und alle Passagiere auch das eine oder andere Foto machen können, sofern die Tiere halt mitspielen, was leider nicht immer der Fall ist. Wir sehen auf unserer Tour Buckelwale, Dall-Hafenschweinswale, Delfine, sehr viele Seeotter, Seehunde, Seelöwen, ein Schwarzbärmutter mit 2 Jungtieren, Kormorane, Möwen, ein riesiger Schwarm Jelly Fish (Qallen) und Papageitaucher.

Unser Kapitän manövriert uns sicher vor den Gletscher, schaltet dann den Motor aus, damit wir das Grummeln und das Donnern des Gletschers hören können. Sie hält das Schiff immer dicht am Geschehen und so können wir das Abbrechen des Eises auch gut miterleben.

Dann ist es ganz ruhig auf dem Schiff. Alle lauschen den Geräuschen. Ein tolles Naturschauspiel was wir rund eine Stunde genießen.

  

Auf dem Schiff können die Passagiere auch auf die Brücke.

Unser Kapitän hat die Ruhe weg und beantwortet gelassen die Fragen der Passagiere, während sie das Schiff steuert. Selbst als wir schnell den Kurs ändern müssen, damit wir nicht in das Netz eines Fischers fahren, der kurz vor uns seine Netze auslegt, bleibt sie total entspannt. Bewundernswert!

Wir genießen diese Fahrt sehr.

Der Geruch vom Meer, die Farben des Wassers, die fantastische Landschaft, die Tiere und der Besuch beim Gletscher waren für mich persönlich wieder ein unvergessliches Erlebnis.

Als wir am Abend wieder in Valdez ankommen, gehen wir schnell mit den Hunden eine kleine Runde, kaufen noch etwas Brot ein und machen uns dann auf den Rückweg zum Campingplatz. Wir sind beide aufgewühlt und gleichzeitig erschlagen von den vielen Eindrücken. Was für ein toller Tag.

 

 

Von Valdez aus geht es zurück über Glennallen und Tok nach Chicken.

Chicken ein Ort, der zu Zeiten des Goldrausches zum Ende der 1800er Jahre entstand. Heute besteht der Ort nur aus einer Hand voll Häuser und 2 Campingplätzen. Ansonsten nur Staub, Sand und Baufahrzeuge.

Wir erreichen Chicken über den Taylor Hwy und je näher wir dem Ort kommen, umso schlechter wird die Straße. Unzählige Bodenwellen die Wolzow zwingen noch vorsichtiger zu fahren, als er es sowieso schon macht. Immer wieder fallen uns die Wohnmobilfahrer auf, die mit Mietfahrzeugen unterwegs sind. Ohne Rücksicht auf Verluste brettern diese über den Hwy. Da wird schon mal aufgesetzt, dann brechen schon mal irgendwelche Teile ab vom Fahrzeug – das scheint alles egal zu sein. Die letzten Kilometer vor Chicken wird aus der welligen Asphaltstraße eine Schotterpiste. Es Staub unglaublich.

Wir erreichen Chicken deutlich später als gedacht. Wir checken auf dem Campingplatz ein und nachdem die Hunde versorgt wurden, gehen wir in Chicken – Chicken essen. Gut, aber nicht herrausragend.

Am nächsten Tag machen wir uns auf den Weg nach Dawson. So staubig, wie die letzten Kilometer vor Chicken, geht es nun weiter und das rund 130 km. Wir fahren auf Serpentinenstraßen über die Berge. 

Und diese Berge wollen und wollen kein Ende nehmen. Egal wo man hinsieht, es sind nur Berge zu sehen.

Ich habe vor langer Zeit einmal in einem Reisebericht eines jungen Paares gelesen, die auf ihrer Kanadatour von den vielen Bäumen so die Nase voll hatten, dass sie ihre Route geändert haben. Sie sind in die USA gefahren sind, um wieder in bewohnte Gebiete zu kommen. Sie schrieben von einer „Baum-Phobie“. Ich konnte mir damals nicht vorstellen, dass ich einmal von schöner Natur genug haben kann. Aber jetzt, auf der Fahrt von Chicken, sehe ich das anders. Ich habe genug von den Bergen, egal wie schön sie sind.

Auf unserer Fahrt laufen uns einige Karibus vor die Kamera. Einige nur wenige Meter vor der Grenze nach Kanada.

Der Zustand der Straße wird schlagartig besser, als wir Meile 0 der Hhy Top of the Word erreichen.  Leider hält dieser Straßenzustand nicht lange an. Denn nur wenige Meter nach der Grenze geht es weiter über eine staubige Schotterpiste, wenn auch etwas besser als in Alaska.

Irgendwann, zwischen den Bergen sehen wir schon von weitem eine Stadt. Zwischen uns und Dawson liegt der Kondaik River. Es gibt keine Brücke über den Fluss, sondern nur eine kleine Fähre. Vor uns stehen schon einige Pkws, ein LKW und einige Wohnmobile. Es dauert eine Weile bis wir auf die Fähre können. Routiniert werden wir eingewiesen und dann geht die Fahrt auch schon los. 

Wir erreichen Dawson, eine kleine Stadt mit buntbemalten kleinen Holzhäuser, kleinen Geschäften in denen man jede Menge Nippes, Tierfelle und andere Dinge, die man nicht braucht, kaufen kann. Die Straßen sind auch hier auch extrem staubig und wir haben daher keine Lust zu bleiben.

Wir tanken und sehen nun ganz deutlich die dicken Sand- und Staubschichten auf unserem Auto. Wir wollen hier einfach nur weg.

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